Den richtigen Platz im Leben finden...in mir selbst


Doris Kraus Heilpraktikerin, Lenggries

Trauma-Aufstellungen, Homöopathie,

 

Die Gesundheit und unsere äußeren Lebensumstände spiegeln unsere innere (unbewußte) Lebenshaltung wider. Und so bewirkt eine Veränderung unserer inneren Lebenseinstellung auch eine Veränderung im Außen - egal, ob es sich um gesundheitliche, berufliche, psychische, partnerschaftliche Probleme oder Konflikte mit unseren Kindern handelt.


Eines der wichtigsten Grundbedürfnisse im Leben des Menschen ist das Bedürfnis nach seelischer Bindung, was bereits im Mutterleib geschieht und für das Kind überlebenswichtig ist. Es ist darauf angewiesen, eine möglichst sichere Bindung zu seiner Mutter aufzubauen, um sich gut entwickeln zu können, was zu einer gesunden Symbiose und später wichtigen Abnabelung und Autonomie gehört. 

Hat die Mutter Schweres erlebt und nicht verarbeitet sondern verdrängt, spricht man vom Abspalten von Persönlichkeitsanteilen. Diese Anteile stehen ihrem Bewußtsein nicht mehr zur Verfügung und führen eine Art Eigenleben. Da das Kind aber unbedingt eine Bindung zur Mutter herstellen muß, verbindet es sich auch mit den abgespaltenen, traumatisierten mütterlichen Anteilen und wird von ihnen überschwemmt - es kann sich nicht dagegen abgrenzen. Es kann auch nicht unterscheiden, was gehört zu ihm und was gehört zur Mutter. Auch die Bindung zum Vater und anderen Bezugspersonen und Familienmitgliedern spielt eine wichtige Rolle. 


Auf diese Weise werden Persönlichkeitsanteile unbewußt übernommen. So entstehen Verhaltensmuster, die später auch auf andere Beziehungen zu Partnern, Kindern, Kollegen, Freunden übertragen werden - vor allem in der Beziehung zu sich selbst. So wie als Kind mit uns umgegangen wurde, so gehen wir später auch mit uns selbst um. Haben wir z.B. viel Streit und Aggressionen in der Familie erlebt, so läuft dieser Kampf unbewußt in uns weiter und wir schneiden uns selbst ab von Liebe, Freude, und Erfolg. Wir erleben uns dabei als Opfer der äußeren Umstände und verstehen nicht, daß wir selbst unser früheres Schicksal immer wieder wiederholen.

Da die ursprünglichen Konflikte nicht gelöst wurden, sondern nur übernommen, folgen daraus unweigerlich weitere Konflikte und selbst erlebte Traumen, die wiederum abgespalten werden. So verliert der Mensch allmählich den Kontakt zu sich selbst und lernt, nur noch zu funktionieren, was ihn in äußere Abhängigkeiten bringt und immer weiter weg von seinen Gefühlen und eigenen Bedürfnissen. Viele Krankheiten wie Burnout, Depressionen, autoaggressive Symptome etc. haben hier ihren Ursprung. Das Funktionieren kann unter Umständen viele Jahre aufrecht erhalten werden. Manchmal kommen erst durch Lebensveränderungen wie Geburt, Trennungen, Arbeitsplatzverlust u.a. die abgespaltenen Anteile wieder in uns hoch - wir verstehen jedoch den Grund unserer Probleme nicht.

In der Trauma-Aufstellung werden diese inneren Anteile ans Licht gebracht, indem in der Gruppe die Teilnehmer als Stellvertreter für Familienangehörige bzw. Persönlichkeitsanteile aufgestellt werden. Während der Aufstellung entsteht ein Energiefeld, das bewirkt, dass die Stellvertreter die Empfindungen, Gefühle und sogar Symptome der realen Personen wahrnehmen und ausdrücken können.

 

Durch die Bewegungen und Empfindungen der Stellvertreter zeigen sich die unbewußten, krank machenden Dynamiken. Im weiteren Verlauf entwickeln sich diese hin zu lösenden Bewegungen, die durch das Aussprechen von bisher Verschwiegenem und Ausdrücken von verdrängten Gefühlen Klarheit schaffen. Allein das Bewußtwerden und Spüren der abgespaltenen Anteile bewirkt eine Veränderung.

Dieser Weg ist ein heilsamer Prozeß und führt hin zu mehr Lebensqualität, Autonomie und einem selbstbestimmten Leben. Und die ersten, die davon profitieren, sind unsere Kinder in dem Sinn: was wir für uns selbst tun, tun wir gleichzeitig für unsere Kinder. Wichtigste Voraussetzung für einen guten Heilungsprozeß ist die Bereitschaft, etwas verändern zu  w o l l e n.



Buchempfehlung:

Franz Ruppert

"Seelische Spaltung und innere Heilung"      

"Symbiose und Autonomie"